Jörn Tschirne

Business-Coach & Trainer

Jeder Lebenslauf hat Schwachpunkte

Personaler suchen in Ihren Unterlagen oder Antworten nach Informationen, die Sie freiwillig nicht preisgeben würden. Sie suchen nach den Schwachpunkten in Ihrer Bewerbung und Ihrem Lebenslauf.

Aus Erfahrung wissen Personaler, dass jeder Kandidat und jeder Lebenslauf Schwachpunkte aufweisen. Anhand Ihrer Bewerbungsunterlagen hat sich der Personaler bereits ein Bild von Ihnen gemacht und eventuelle Schwachstellen bereits erkannt. Für ihn ist es nun wichtig im Vorstellungsgespräch herauszufinden, wie Sie mit Ihren Schwachstellen umgehen und welche Gründe es für diese gibt.

Schwachpunkte bei Absolventen und Berufseinsteiger:

• zu lange Studiendauer

• Fachrichtungswechsel

• "falsche" Praktika, ohne Bezug zur Studienrichtung bzw. zum Wunschjob

• schlechte Noten


Schwachpunkte bei Berufserfahrenen:

• häufiger Arbeitsplatzwechsel

• (mehrmaliger) Branchenwechsel

• Kurze Betriebszugehörigkeit(en)

• mehrmalige bzw. lange Arbeitslosigkeit oder Auszeiten

• fehlende Fort- und Weiterbildungen sowie Zusatzqualifikationen

• fachliche Schwächen

• fehlende Zeugnisse

• Aufgabe der Selbständigkeit

• hohes Alter

Diese Schwachpunkte gilt es für den Personalentscheider zu identifizieren sowie zu prüfen und inwieweit sie dem beruflichen Erfolg im Wege stehen.

Tipps für die erfolgreiche Argumentation

• Sprechen Sie eine optimistische und zukunftsorientierte Sprache. 
Alles hat einen guten Grund und hat Sie einen Schritt weiter gebracht. 


• Sprechen Sie über Schwächen, die für die ins Auge gefasste Position keinerlei Bedeutung haben. 
„Ich arbeite nicht so gern mit Zahlenkolonnen oder langen Excel-Listen. Ich weiß, dass das auch wichtig ist, aber ich kann mich dafür einfach nicht begeistern. Viel lieber arbeite ich einem Team und diskutiere oder präsentiere neue Produktlösungen.“

• Sprechen Sie über Schwachpunkte in Ihrer Bewerbung, die ohnehin offensichtlich sind. 
„Wie Sie ja in meinem Lebenslauf gesehen habe, habe ich einmal die Studienfachrichtung gewechselt. Auf den ersten Blick mag das ein Zeichen für fehlende Geradlinigkeit sein, aber ich möchte Ihnen kurz aufzeigen, wie es dazu kam und was ich daraus für mich mitgenommen habe.“

• Sprechen Sie über Schwächen, die Sie erkannt und gemeistert haben.
 „Früher habe ich mich sehr schwer damit getan, Termine einzuhalten. Der Grund war einfach der, dass ich es allen recht machen wollte und nicht den Mut hatte, auch einmal Nein zu sagen. Irgendwann kam mir dann ein sehr gutes Buch über Zeitmanagement in die Hände und ich habe kurz darauf auch ein Seminar zu diesem Thema besucht. Heute kann ich viel besser Prioritäten erkennen und meine Zeit entsprechend planen.“

• Sprechen Sie über Schwächen, die auch als Stärken interpretiert werden können. 
„Wenn mich ein Thema wirklich fasziniert, laufe ich Gefahr, dass ich um mich herum kaum noch etwas anderes wahrnehme. Im Studium hat das schon einmal dazu geführt, dass ich am Ende des Tages eingeschlossen in einem Labor wiederfand. Als Berufseinsteiger weiß ich natürlich noch nicht im Detail was mich hier erwartet, aber ich freue mich schon heute auf eine anspruchsvolle Aufgabe.“

Fazit

Je nach Situation sollten Sie erklären können, welche Gründe es gab und welcher Nutzen sich aus der Situation ergeben hat. Sollten Sie keine vernünftigen Gründe finden, müssen Sie sich fragen, ob Sie wirklich im Begriff sind sich für das richtige Berufsfeld zu entscheiden. Falls nein, so laufen Sie Gefahr, sich schon in relativ kurzer Zeit nach einem neuen Job  umschauen zu müssen.

« zurück