Jörn Tschirne

Business-Coach & Trainer

8 Flops

Diese Fehler können Sie im Vorstellungsgespräch den Job kosten. Zu einer guten Vorbereitung gehört daher, sich genau über das Unternehmen zu infomieren und sich individuell zu präsentieren. Wir geben Ihnen dazu einige Anregungen.


1. Standardantworten geben


Wir werden nicht müde, es zu betonen. Lernen Sie keine Standardantworten auswendig. Wird die berühmte Frage nach „Schwächen“ des Bewerbers gestellt, so lockt die Antwort „Ich bin ungeduldig“ keine Katze mehr hinter dem Ofen hervor. In vielen Ratgebern ist nach wie vor zu lesen, dass diese Antwort in besonderem Maße die Möglichkeit eröffnen würde, das (an sich negative) „Ungeduldigsein“ in eine Stärke umzudeuten und dann zu betonen, dass man die Dinge gerne schnell zum Abschluss bringe. Damit sei die Ungeduld letztlich ein Zeichen von (positiver) Zielstrebigkeit. Standardantworten geben dem Personalexperte nicht die Möglichkeit, Sie kennenzulernen. Kann er Sie als Person nicht einschätzen, wird er Sie auch nicht einstellen. Standardantworten helfen Ihnen nicht beim Gewinnen, sondern lassen Sie schnell zum Verlierer werden.


2. Nicht über das Unternehmen informiert sein


Was würden Sie erwarten, wenn Sie auf der anderen Seite des Schreibtisches sitzen würden? Wäre es nicht auch in Ihren Augen ein Unding, wenn der Bewerber nicht die Eckdaten Ihres Unternehmens kennen würde? Schließlich möchten Sie als Personaler am liebsten den Kandidaten einstellen, der in Ihrem Unternehmen seinen Wunscharbeitgeber und in der ausgeschriebenen Stelle seinen Traumjob sieht. Wenn er aber mehr schlecht als recht informiert ist, wird sich wohl eher der Eindruck aufdrängen, dass es sich bei dem Bewerber nicht gerade um einen leidenschaftlichen Interessenten handelt.


3. Keine Fragen stellen


Wenn Sie keine oder nur wenige Fragen an der Personalexperten richten, dann präsentieren Sie sich nicht als gleichwertiger Gesprächspartner und zeigen außerdem mangelndes Interesse. Es ist unmöglich, dass in einem Job-Interview all Ihre Fragen beantwortet werden. Ein paar müssen schon noch übrig geblieben sein und nun gestellt werden. Mal abgesehen davon: Wenn Sie keine Fragen haben und Sie ein so genaues Bild vom Unternehmen und den Arbeitsanforderungen haben, hätte Ihre schriftliche Bewerbung eigentlich noch viel präziser sein müssen.


4. Wie aus der Pistole geschossen antworten


Sie müssen nicht so rasant antworten, dass Sie dem Personaler noch beinahe ins Wort fallen, wenn Sie zur Antwort ansetzen. Wer regelmäßig wie aus der Pistole geschossen antwortet, der könnte in den Verdacht geraten auswendig Gelerntes wiederzugeben. Beginnen Sie ab und zu mal mit einer kleinen Denkpause indem Sie sich mit der Antwort Zeit lassen. Sagen Sie „Hmmm.... das ist eine gute Frage“ und setzen Sie dann erst zum großen Wurf an.


5. Schlechte Umgangsformen zeigen


Pünktlichkeit, ein sympathisches Auftreten, ein gepflegtes, geruchsneutrales Äußeres sind die optimalen Rahmenbedingungen für ein angenehmes Gespräch und außerdem Zeichen von Respekt vor Ihrem Gegenüber. Zu den Tabus gehören zum Beispiel auch das Auf-die-Uhr-schauen während des Gesprächs oder wenn das Handy klingelt. Achten Sie außerdem auf Ihre Körpersprache: Halten Sie den Blickkontakt, sitzen Sie aufrecht und hören Sie ganz offensichtlich aktiv zu?


6. Zu viel und unstrukturiert reden


Sie sollten schon in der Lage sein, Ihre Kernaussage auf den Punkt zu bringen. Nur wer geistige Klarheit besitzt, kann sich prägnant ausdrücken. Umgekehrt gilt: Wer durcheinander redet, hat auch keine klare Struktur in seinen Gedanken und keine klare Vorstellung von dem, was er eigentlich gerade sagen möchte.


7. Unrealistische Gehaltsvorstellungen


Kürzlich saßen wir einem arbeitsuchenden Bewerber im Alter von etwa 50 Jahren gegenüber. Auf die Frage nach seinen Gehaltsvorstellungen antwortete er mit einem kampfeslustigen Blick und wie aus der Pistole geschossen: „Ich möchte 120.000 Euro im Jahr verdienen.“ Peng! Danach folgte nichts mehr, nur noch Stille. In jedem Vorstellungsgespräch hätte er sich mit dieser Knallantwort aus dem Rennen geworfen. Zum einen war seine Gehaltsvorstellung unrealistisch, zum anderen wurde sie von ihm undiplomatisch vorgetragen. Das Problem: Nennt man nur eine Summe ohne weitere Erklärung, schleicht sich schnell das Gefühl ein, man wäre auf einem Bazar. Was soll der Personaler jetzt sagen? Soll jetzt „gehandelt“ werden? In vielen Fällen tut der Personaler das nicht, sondern nimmt die Summe zur Kenntnis und legt die Bewerbung „ad acta“. Die Lösung: Wiederholen Sie noch einmal die Anforderungen der ausgeschriebenen Stelle und arbeiten Sie Ihre passgenauen Stärken heraus bevor Sie eine Summe nennen, die von den Anforderungen und Herausforderungen der Stelle gerechtfertigt wird.


8. Diskrepanzen zwischen Bewerbungsunterlagen und Aussagen im Vorstellungsgespräch


Wenn Sie Ihre Bewerbungsunterlagen absenden, versichern Sie, dass alle darin enthaltenen Angaben der Wahrheit entsprechen. Ergeben sich im Gespräch Abweichungen zu Ihren Unterlagen oder entdeckt der Personaler eine Lücke im Lebenslauf, so können Sie sich schon mal auf einige Fragen gefasst machen…

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